Pflanzenkohle
(Biokohle - Biochar)
Biokohle ist biologisch aktivierte Holzkohle und/oder mittels Pyrolyse aus Biomasse hergestellte und ebenfalls biologisch aktivierte Kohle!
Die frühere Bezeichnung "Biokohle" ist hier etwas unglücklich.
Der Begriff Biokohle oder Biochar ist chemisch noch nicht definiert. Nach der Definition von Experten, wie Dr. Bruno Glaser, in der Kohlenstoff mit Sauerstoff und anderen Stoffen ins Verhältnis gesetzt wird, ist auch handelsübliche Grill- oder Holzkohle als Biokohle zu bezeichnen.
Wir bezeichnen jedoch nur jene Kohle als Biokohle (oder wie sie zukünftig auch heißen mag), die mittels Pyrolyse aus Biomasse hergestellt wird, sowie Holzkohle die aufgrund ihrer Eigenschaften, wie z.B. der biologischen Aktivierung oder der Körnung, im Garten eingesetzt werden kann.
12.07.2011 Führende Forscher und Hersteller haben sich auf die Bezeichnung Pflanzenkohle geeinigt. Denn Pflanzenkohle ist ein Produnkt aus Pflanzen und für Pflanzen. (Ithaka-Journal)
Pflanzenkohle ist ein biologisch nachhaltig wirkender Bodenverbesserer und kein Wundermittel, mit dem Tomatenstauden in kürzester Zeit doppelte Erträge erbringen. Solche fabulösen Resultate erreicht höchstens die Chemie mit den bekannten Nebenwirkungen.
Pflanzenkohle ist kein Dünger, sondern ein Gerüst, Lebensraum und Speicher für Mikroorganismen, Mineralien und Wasser.
Pflanzenkohle fördert das Bodenleben und beeinflußt die Interaktion der mannigfaltigen funktionellen Gruppen von Mikroorganismen, die wiederum in Symbiose mit den Wurzeln der Pflanzen treten. An den hochporösen Oberflächen der Kohlen, die bis zu 400m²/g erreichen können, finden zudem dynamische Bindungen, Entbindungen und Umformungen von mineralischen und organischen Molekülgruppen statt, was einen großen Einfluß auf die Nährstoffdynamik im Boden hat.
Durch die Einarbeitung von Pflanzenkohle findet eine Veränderung des Bodenmilieus statt, wodurch eine biologisch effizientere Energie- und Stoffnutzung ermöglicht wird.
Um bei der Veränderung des Bodenmilieus jedoch einen neuen Gleichgewichtszustand zu erreichen braucht es Zeit. Erst müssen die Kohlepartikel noch unzählige Male durch die Verdauungsorgane von Würmern wandern, von Bakterien und Pilzen besiedelt werden, Mineral- und Huminstoffe adsorbieren.
Aus diesem Grund bringen wir die Pflanzenkohle bereits zu Beginn der Kompostierung in das Kompostiergut ein und erreichen so die biologische Aktivierung der Kohle.
Die negativen Folgen der Holzkohle, wie in den unten genannten Versuchen zu erkennen, werden dadurch vermieden.
Mit unserem TP-Kompost aktivieren wir auch unsere Pflanzenholzkohle (Wagner´s Pflanzenkohle-Substrat), man kann sagen sie wird von den Mikroorganismen aufgeladen.
Diese aktive Pflanzenholzkohle wird dann in den fertigen Kompost gemischt oder direkt in den Mutterboden oberflächlich eingearbeitet.
Bei Neupflanzungen wird sie direkt in das Pflanzloch gegeben.
"Pflanzenkohlelagerstätte"


Aus dieser Halde einer Köhlerei holen wir unsere Holzkohle.
Hier wurden über Jahrzehnte hinweg die unverkäuflichen Holzkohlereste der Meiler abgelagert.
Diese Holzkohle wird dann gesiebt, die zu großen Bestandteile geschreddert und nocheinmal gesiebt und dann mit TP-Kompost aktiviert.
Versuch mit "Kleintierknabbergras"

Hier habe ich in Topf 1 nichtaktivierte Pyrolysekohle, in Topf 2 Holzkohle aus der Halde und in Topf 3 aktivierte Holzkohle aus der Halde. Siehe auch Test unten.
Besuch in der ersten PYREG-Pflanzenkohle-Produktionsanlage in der Compostiére de la Coulette in Belmont sur Lausanne am 01.09.2010


Kompostmiete


Pyrolyseanlage mit Pflanzenkohlebunker Kathrin vorm Hackschnitzelhaufen


Trommelsieb Dm 2m, Körung 0 - 50 mm Annahmestelle für privaten Grünschnitt


Beeindruckender Häcksler Biokohle-Lehrfahrt BLHV-Bildungswerk Freiburg
Pyrolytische Biokohle live!

Biokohle aus der Pyrolyseanlage von Belmont. Als Größenvergleich ein Feuerzeug. Unten Nahaufnahme.

Diesen Effekt sollte man dringend vermeiden!!!

Hier der Versuch Kanadischer Forscher Biochar auf dem Feld auszubringen.
Der Effekt ist klar zuerkennen! Staub in Größenordung. Wer hier in Windrichtung wohnt und nicht auf Schwarz steht, könnte dabei Störgefühle bekommen. In der Praxis also nicht anwendbar. Das ist ein Grund warum wir den Einsatz von Biokohle nur in Kombination mit Kompost favorisieren.
Der entscheidende Grund ist aber die biologische Aktivierung des eigentlich "toten" Materials Pflanzenkohle während der Rottephase! Ein Gramm Pflanzenkohle hat eine Oberfläche von ca. 400 m². Hier werden nicht nur Wasser und Nährstoffe gespeichert, die Poren der Pflanzenkohle bieten auch Lebesraum für Mikroorganismen.
Versuch mit Holzkohlestaub

Hier ein Versuchsaufbau von Andreas Thomsen: Oben klar zu erkennen: die Pflanztöpfe mit 0 bis 36 % Holzkohleanteil in der Erde.
In der Reihe darunter Senf- bzw Erbsenpflanzen nach 30 Tagen.
Klar zu erkennen ist die negtive Wirkung von über 4% Holzkohle auf Senfpflänzchen.
Die eingesetzte Kohle wurde vorher nicht biologisch aktiviert. Neue Versuchsreihen laufen derzeit.
Aktivierung von Pflanzenkohle
Aktivierung bedeutet hier das Impfen der Pflanzenkohle mit Mikroorganismen. Holzkohle hat, wie oben erkennbar, negative Wirkung auf das Pflanzenwachstum. Aus diesem Grund muß die Holzkohle biologisch aktiviert werden, d.h. mit Mikroorganismen besiedelt werden. Wir haben dafür die Pflanzenkohle mit etwas TP-Kompost gemischt, gegossen und 14 Tage reifen lassen.
Zum Testen habe ich "Knabbergras für Kleintiere" ausgesät:
Topf 1 enthält die von uns verwendete Holzkohle und in Topf 2 ist die aktivierte Pflanzenkohle.




Es gilt nun hier durch weitere Tests die richtige Menge Pflanzenkohle für die entsprechende Pflanze und den entsprechenden Boden zu finden. Hier liegt noch viel Arbeit vor uns!
Neu: Versand von Pflanzenkohle
Nachdem uns immer häufiger die Frage gestellt wird, wo man entsprechende Holzkohle kaufen kann, haben wir beschlossen konventionelle Pflanzenkohle wie wir sie verwenden anzubieten.
Es gibt nur wenige Hersteller von geeigneter Holzkohle, genauer gesagt Holzkohlegries in unterschiedlichen Körnungen, in Deutschland und niemand der unsere spezielle Mischung herstellt.
Deshalb bieten wir unsere konventionelle Pflanzenkohle in 10 Liter Abpackungen an.
Beim Einsatz von 10 l Pflanzenkohle in ein Kompostsilo mit 1 m³ Inhalt erhält man, je nach Reifegrad des fertigen Kompost, einen Pflanzenkohleanteil von 3 bis 8 % und kann damit beste Terra Preta Eigenschaften erreichen.
Der Preis je Paket: 14 € zuzügl. 4 € Versandkosten
("Hermes"-Paket S, innerhalb Deutschland)
Bestellungen nehmen wir per mail entgegen!
Siehe "Verkauf"
Diese Kohlengriesmischung haben wir in den letzten beiden Jahren erfolgreich eingesetzt. Man kann sie noch verbessern indem man Kalk, Steinmehl oder andere Bodenverbesserer zugibt. Das ist abhängig vom Boden und der Bepflanzung. Auch hier gibt es, wie bereits gesagt, noch viel zu erproben!
Für die vielzitierte schwäbische Hausfrau hier ein Hinweis: ca. 20 bis 25 Liter Grillkohle ergeben 10 l Holzkohlegries.
Urgesteinsmehl
Urgestein wie Basalt, Granit, Porphyr, Diabas, Gneis oder Kiesel, ist vulkanischen Ursprungs und enthält alle wichtigen Mineralstoffe und Spurenelemente.
In Abhängigkeit von der Herkunft ist die Zusammensetzung jeweils unterschiedlich, wobei alle Arten hohe Magnesiumanteile aufweisen, sowie reichlich Kieselsäure (SiO2) und Tonerde als Aluminiumoxid.
Durch jahrelangen Anbau und Ernte verarmen die Böden, d.h. ihnen fehlen wichtige Stoffe. Das wiederum führt zu Mangelerscheinungen. Der Ertrag geht zurück, Krankheiten und Schädlinge stellen sich ein. Diese Mangelerscheinungen übertragen sich auf die Menschen und Haustiere.
Folgende Zusammenhänge wurden bereits erkannt: Bormangel macht Kartoffeln schorfig, Möhren werden rissig und bei Rüben und Zuckerrüben verursacht er Herzfäule. Unfruchbarkeit bei Kühen ist meisten auf Kupfermangel zurückzuführen.
Beim Menschen deuten Kopfschmerzen, Migräne, Kopfdruck, Nervosität, Depressionen, Schwindelgefühle oder Angstzustände auf einen Mangel an Magnesium in der Nahrung hin. Hier gibt es, neben Magnesium-Nahrungsergänzungsmitteln, für Hobbygärtner eine einfache, sinnvollere und preiswerte Lösung: Der Einsatz von Urgesteinsmehl im Garten.
Entweder direkt ausstreuen oder über die Zugabe von Urgesteinsmehl in den Kompost. Auf 100 kg Kompost verabreicht man 5 bis 7 kg Urgesteinsmehl.
Im Gartenbau rechnet man 20 bis 30 kg Steinmehl auf 100 qm und im Obstbau 10 bis 15 kg je 100 qm Fläche.
Weiterführende Literatur: Geheimnisse der fruchtbaren Böden - Die Humuswirtschaft als Bewahrerin unserer natürlichen Lebensgrundlagen, OLV Verlag.
Kalk
Mit dem Kalkgehalt lässt sich der pH-Wert direkt beeinflussen. Kalkverbindungen besitzen eine basische Reaktion und können damit die Versauerung ausgleichen, die durch Umweltchemikalien, aber auch durch viele Lebensprozesse auf dem Boden lastet.
Trotzdem darf Kalk nicht pauschal und laufend ausgestreut werden. Auf Dauer führt nämlich auch dieses "Wundermittel" zu einer Verarmung des Bodens. Und nicht zuletzt vertragen viele Pflanzen keinen Kalk, so dass Rücksicht auf individuelle Bedürfnisse zu nehmen ist.
Im Garten wird am besten Kohlensaurer Kalk (CaCo3) verwendet. Er wirkt relativ langsam und enthält Magnesium und andere Spurenelemente. Mit 100g/m² kann der pH-Wert auf leichten Böden um 1 Grad angehoben werden. Auf schweren Böden ist mehr nötig.
Wie die Gesteinsmehle bringt man auch den Kalk bei Bedarf am besten über den Kompost aus, denn bei den Umsetzungsprozessen werden die Stoffe harmonisch in das Substrat eingebunden.
Der Kalkbedarf sollte über eine Bodenuntersuchung ermittelt werden.
Kalk sollte nicht in Verbindung mit tierischen Düngern, vor allem Mist, ausgebracht werden, weil dabei häufig Ammoniak frei wird. Der Stickstoff geht in die Luft verloren und im Boden werden durch das ätzende Gas die Pflanzenwurzeln angegriffen.
Weiterführende Literatur: Kompost, Erde, Düngung von Robert Sulzberger, blv Verlag