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Kompostbau, Terra Preta, Pflanzenkohle  (Biokohle)

Projekt „Terra Preta“

Selber Terra Treta herstellen
Herr Wagner beim Herstellen von Terra Preta

 

Terra Preta ist die holzkohlehaltige schwarze Erde, die vor Jahrhunderten von den Indios im Amazonasgebiet angelegt wurde und bis heute hervorragende Ernteergebnisse ohne Kunstdünger erreicht.
Durch den Eintrag von Holzkohle in landwirtschaftlich genutzte Böden lassen sich äußerst positive Auswirkungen auf die Bodenaktivität, Bodengesundheit und Ertragskapazität erzielen.

Das Leben im Humus und gute Bedingungen im Umfeld der Pflanze werden gestärkt. Die Folgen sind vielfach: Gesunde Pflanzen haben weniger Schwächen und verhalten sich so, dass Schädlinge gegen das starke Leben der Pflanze weniger Chancen haben und darum viel weniger auftreten.

Chemische „Kampfstoffe“ können vermieden werden. Die natürlichen und unkontaminierten Grundlagen der Pflanzen bleiben erhalten und werden ständig erneuert. So entsteht die Grundlage für gesunde Ernährung!

Dabei kommt die Holzkohle (Pflanzenkohle) nicht direkt in die Böden,  sondern wird schon vor der Kompostierung in das zu kompostierende Material eingearbeitet. Die spezifische Oberfläche des Kompost wird dadurch mehr als verzehnfacht und die mikrobielle Aktivität wächst erheblich.

In entsprechenden wissenschaftlichen Untersuchungen konnten folgende Vorteile für die Bodenkultur nachgewiesen werden:

  • Verbesserung des Wasserspeichervermögens, wodurch Einsparungen bei der   künstlichen  Bewässerung möglich werden.
  • Höhere Bodendurchlüftung und somit deutliche Reduktion der Methan- und Lachgasemission.
  • Deutlicher Zuwachs der Bodenbakterien, die in den Mikroporen der Kohle geschützten Lebensraum finden, wodurch die Nährstoffumsetzung für die Pflanzen gefördert werden.
  • Zunahme der Wurzelmykhorrizen für eine verbesserte  Mineralstoffaufnahme.
  • Adsorption toxischer Bodenmoleküle wie NOX, Cu, wodurch die Ausspülung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln ins Grundwasser verhindert wird.
  • Bindung von Pestiziden, wie z.B. DDT.
  • Verbesserung der Kationen-Austausch-Kapazität für den Stoffhaushalt der Pflanzen.
  • Verstärkung der Stickstoff-Fixierung.
  •  pH-Ausgleich

Ithaka Journal 2008, St. Gallen, ISSN 1663-0521

 

Pflanzenkohle und Terra Preta-Produkte

Sie haben die Möglichkeit die nachfolgend aufgeführten Produkte bei uns zu bestellen.

Weinerde (spezielle Erde für Weinreben)

Reine Pflanzenkohle für Bokashi

Biologisch aktivierte Pflanzenkohle

Einsteigerpaket S und M

Terra Anima® Humuserde

 

Der Versand erfolgt mit „Hermes“ Paketdienst in den Paketgrößen „S“ und „M“ oder per Spedition (Fracht-Preise siehe hier).

Webshop:  www.pflanzenkohle.info

Sie können alle Produkte natürlich auch direkt bei uns in Meißen abholen. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin mit uns, da wir nicht nur im Versandlager arbeiten.

Sie erreichen mich über die Tel.Nr.: 03521/463 428

Der Anruf wird weitergeleitet.

Wieviel Pflanzenkohle soll in die Terra Preta?

Die maximale Sättigung des Bodens mit Pflanzenkohle wurde noch nicht eindeutig erforscht. Sie sollte aber m.E. 20% Volumenanteil auf keinen Fall überschreiten. 10% Kohleanteil ist das ideale Mengenverhältnis.

Diese Erzeugnisse stellen wir in kleinen Mengen selbst her und unterliegen dadurch geringen Qualitätsschwankungen. Sie sind völlig unbehandelt und können daher Samen von Beikräutern enthalten.

Unsere Pflanzenkohle beziehen wir aus einer Köhlerei die auf traditionelle Weise Holzkohle in Stahlmeilern herstellt. Als Rohstoff werden ausschließlich einheimische Hölzer verwandt, hauptsächlich das Holz der „Spätblühenden Traubenkirsche (Prunus serotina)“. Dieser Baum wurde in den 1890er Jahren dort eingeführt um Holz für die Möbelanfertigung zu gewinnen. Jedoch wächst der Baum nicht gerade und ist damit für diesen Zweck unbrauchbar. Vögel verschleppen die Früchte weit und dadurch breitet sich die Spätblühende Traubenkirsche dramatisch aus. Das verursacht Probleme beim Gebietesmanagment, nicht nur in Heiden, Dünen und Mooren. Auch im Naturschutzgebiet wird versucht diese Art zu verdrängen. Das dabei anfallende Holz wird zu Holzkohle gemeilert und dient als Rohstoff für unsere Pflanzenkohle.

Um auch bei Frost lieferfähig zu sein, haben wir einen beheizbaren Gewerberaum im ICM Innovationscentrum Meißen angemietet. Hier wird nun die gefrorene Pflanzenkohle aufgetaut und verpackt.

Wege zu Terra Preta -Aktivierung von Biokohle

von Hans-Peter Schmidt

Biokohle ist kein Dünger, sondern vor allem ein Trägermittel für Nährstoffe sowie Habitat für Mikroorganismen. Um ihre bodenverbessernden Eigenschaften rasch und effizient zur Wirkung zu bringen, muss die Biokohle zunächst aufgeladen und biologisch aktiviert werden. Neben der Vermischnung der Biokohle mit Kompost gibt es zahlreiche andere Methoden der Aktivierung und Herstellung Terra Preta ähnlicher Substate.

Der Versuch von Dr. Andreas Thomsen zeigt sehr deutlich die Bedeutung der Aufladung von Biokohle. In der oberen Versuchsreihe wurde purer Biokohlestaub in steigender Dosierung zugegeben. In der unteren Bildreihe wurde die Biokohle zunächst 4 Monate lang kompostiert und anschließend vom Kompost gesäubert, so dass kein Kompost, sondern nur die aufgeladene Biokohle zum Einsatz kam.

Den ganzen Artikel finden Sie unter: www.ithaka-journal.net

Pflanzenkohle gehört zu den ältesten Bodenverbesserern in der Geschichte des Landbaus. Leider ging in Europa durch die Erfindung des Kunstdüngers viel Wissen um diesen Bodenverbesserer verloren. Erst seit wenigen Jahren gibt es wieder Versuche mit Pflanzenkohle an europäischen Instituten und Universitäten.

Hierbei haben Pflanzenkohle-Kompost-Mischungen in den letzten Jahren erstaunliche Eigenschaften offenbart. Pflanzenkohle führt offenbar zu einer schnelleren Herausbildung von Symbiosen mit Bodenorganismen und damit zu einer besseren Nährstoffverfügbarkeit, was wiederum zu einem ausgeglichenen Pflanzenwachstum führt.

Bodenfruchtbarkeit

Hans Peter Rusch beschreibt in seinem Buch „Bodenfruchtbarkeit – Eine Studie biologischen Denkens“ die Problematik der derzeitigen Düngepraxis wie folgt:

Die in der Praxis der Agrikulturchemie üblichen Handelsdünger bringen nichteinmal eine vollwertige mineralische Nahrung aufs Land, sondern nur eine willkürliche Auswahl, meist nur eine wenige Elemente. Es ist ganz unmöglich, das Mneralbedürfnis der Pflanze, die mindestens fünf Duzend Elemente benutzt, künstlich zu erfüllen. Eine ganze Reihe von gesicherten Beobachtungen weist darauf hin (z.B. die Beobachtung von Kali-Mangelkrankheiten auf kalireichen Böden), das die sogenannten Spurenelemente für die Fruchtbarkeit mindestens ebenso wichtig sind wie die „Kernnährstoffe“; wenn man mit wenigen Gramm eines Elements größere Wirkungen erzielen kann als mit vielen Zentnern von K, P oder Ca, dann ist die übliche Art der künstlichen Düngung unsinnige Verschwendung; will man sie trotzdem beibehalten; so müßte man sie korrigieren.

Man müßte für jeden Boden, für jede Kultur, ja für jeden Augenblick des Geschehens das einzig richtige Mineralgemisch zusammenstellen, man müßte hier dieses und dort jenes Spurenelement hinzufügen, und das Ganze dürfte man auch nur im einzig richtigen Moment an die Pflanze bringen, um ihrem Mineralbedürfnis zu entsprechen. Niemand sollte heute noch bezweifeln, dass es einfach unmöglich ist, die Pflanze künstlich richtig zu ernähren, ganz abgesehen davon, dass sie auch noch andere Bedürfnisse hat.

Die Minerallehre widerlegt sich selbst. Wer ein einziges Mineral in „pflanzenverfügbarer“ Form verabreicht, löst einen Rattenschwanz von mineralischen Bedürfnissen aus; die N-Düngung beispielsweise setzt in ihren wirksamen Formen Säureradikale frei, und um das Säure-Basen-Gleichgewicht wiederherzustellen, muß man Kalk zuführen, und zwar in einer chemisch wirksamen, unmittelbar dissoziierbaren Form. Damit wird wieder die Wirksamkeit anderer Ionen beeinträchtigt, wie die der Kaliumionen, und man muß, um diesen Effekt zu verhindern, folglich auch andere Ionen zuführen, auch dann, wenn ihrer genug im Boden – in anorganisch oder organisch fixierter Form – vorliegen. Nun kommen die Magnesium-, Mangan-, Kupfer- oder irgendwelche anderen Ionen funktionell in Verzug, gewisse Spurenstoffe werden „festgelegt“ und unwirksam gemacht, andere Ionen treten in unlösliche Formen über und bilden „Ortstein“, andere wieder fließen in Seen und Flüsse ab – das Chaos ist unvermidbar.

So kommt man zu dem Eingeständnis, dass jeder Eingriff in den natürlichen Mineralhaushalt bekannte oder meist unbekannte Verschiebungen in den mineralischen Gleichgewichten bewirkt, die man beim besten Willen nicht verhindern kann. Mit Terra Preta hat man dieses Problem nicht.

Wissenswertes

In einem Gramm gesunden Boden leben rund eine Milliarde Mikroorganismen, wie Bakterien, Pilze, Protozoen und Nematoden. Diese Mikroorganismen leben in einer Nahrungskette mit den Pflanzen, die über ihre Wurzeln nicht nur Nährstoffe aufnehmen, sondern auch die Mikroorganismen mit Nährstoffen versorgen.

Heute wird die Nährstoffbilanz der angebauten Pflanzen vielfach auf die Zugabe von Dünger, also N-P-K-Mg-Dünger reduziert. Doch die Düngung mit chemisch synthetisierten Materialien, wie Stickstoff (N), Phosphor (P), Kalium (K) und Magnesium (Mg) führt zu Mangelernährung und in der Folge zu geschwächten Pflanzen, die gegen Umwelt-einflüsse und Krankheiten nicht resistent sind. Diese Pflanzen müssen dann mit Medikamenten (Pestiziden) behandelt werden.

Unser Ansatz ist es, vorrangig für gesunde lebendige Böden zu sorgen, damit sich die Pflanzen aus eigener Kraft verteidigen können.

Deshalb stellen wir Grünkompost her, der mit Bodenverbesserern wie Holzkohle und Steinmehl gemischt wird. Bereits vor der Kompostierung werden die Bodenverbesserer in das zu kompostierende Material einge-arbeitet. Dadurch erhöht sich die spezifische Oberfläche des Kompost um über das zehnfache und erhöht somit die mikrobielle Aktivität erheblich.

Holzkohle wirkt dabei wie ein Schwamm der Wasser und Nährstoffe speichert und bietet dabei Bodenorganismen in seinen Mikroporen geschützten Lebensraum.

Handelsübliche Substrate, Erden oder Kompost werden mit Mikrowellen bestrahlt um Bei- krautsamen und Keime abzutöten. Dies tötet jedoch ebenso all die nützlichen Organismen und wird daher bei uns nicht angewandt. Krankheitskeime und die Masse der Beikrautsamen werden während der Heißrottephase abgetötet.

Anwendungen

Für Zimmer-, Balkon- und Kübel-pflanzen das Substrat 1:2 bis 1:5 mit Erde oder Sand mischen.

Im Garten wird die Terra Preta auf die Beete aufgebracht und nicht einge-arbeitet, bzw. mit in das Pflanzloch gefüllt.

Die Menge richtet sich nach dem vorhandenen Boden und der geplanten Bepflanzung.

Empfehlungsmengen:

Schwachzehrer ca. 4 l / qm

Mittelzehrer ca. 6 l / qm

Starkzehrer ca. 8 l / qm
Bei guten Böden das Substrat nur in die Pflanzlöcher bzw. die Saatfurche füllen.

Diese Terra Preta kann auch zur Her stellung eines Kompostauszugs verwendet werden.
Dazu wird 1 l Substrat in 10 l Regenwasser gelöst und 1 bis 2 Wochen stehen gelassen, dann im Verhältnis 1:10 verdünnen. Die Brühe dann zur raschen Nährstoffversorgung versprühen. Auch sie stärkt die Abwehrkräfte der Pflanzen und vermindert den Krankheitsbefall.

Oder Sie optimieren damit der Rotteprozeß in Ihrem Komposthaufen.
Dazu streuen Sie 3 l des Substrats auf den halb gefüllten Kompost- haufen, der Rest wird auf dem fertigen Haufen verteilt und mit 10 l Regenwasser gegossen. Noch besser wirkt Kräuterjauche oder Hefe-Zucker-Wasser (siehe „Kompost“).

Näheres siehe Packungsbeilage.

 

Ausblick

An einer weltweiten Klimaänderung, verursacht durch den immer wachsenden Energieverbrauch und den damit verbundenen CO2-Ausstoß, gibt es keine ernsthalften Zweifel mehr.
Eine Option zur Reduktion des atmosphärischen CO2-Gehalts ist die Einlagerung des Kohlenstoffs (Sequestrierung) in die Böden.
Der Einsatz von kohlestoffhaltigem Kompost (Terra Preta) in der Landwirtschaft ist eine Möglichkeit Kohlenstoff in sogenannten Karbonsenken auf viele Jahrhunderte zu binden (Klimafarming).

Weitere Informationen unter: www. ithaka-journal.net.

Stoffwechselkreislauf

Ich betrachte den Mutterboden als Organismus, als lebendig geordnete Funktionseinheit. Der Kreislauf der Substanzen erreicht hier ihren Tiefpunkt der Umsetzung, vergleichbar den Verdauungsvorgängen im tierischen Organismus.

Schon Aristoteles meinte der Boden sei der Magen der Pflanzen.

Die Unterschiede zwischen der tierischen und der pflanzlichen Verdauungstechnik sind nicht so groß.

Das Ziel der Verdauungsarbeit im tierischen Darm ist dasselbe wie in Mutter Erde.

Zellige Strukturen der Nahrung werden aufgelöst. Diese Vorgänge werden in der Nahrungsbeziehung Boden – Pflanze vom Boden übernommen.

Aus diesem Grund ist der Begriff Kompost nicht klar definierbar. Es handelt sich um Stoffwechselprodukte, die einer ständigen Umwandlung unterworfen sind, um dann im Kreislauf des Lebens, neues Leben zu ernähren.

Offensichtlich hat Pflanzenkohle bei diesem Prozeß positive Auswirkungen, sei es als Habitat für Mikroorganismen oder als ph-Ausgleich.